In So frühstückt die Welt stellen sie die unterschiedlichsten Frühstückstypen mit ihren liebsten Rezepten, Frühstückserinnerungen und zum Teil recht eigentümlichen Gewohnheiten vor. Von Glückssmoothies über Litauische Pfannkuchen bis hin zu Porridge-Löwen, morgendlicher Wan-Tan-Suppe und Simbabwischem Ochsenleber-Schmortopf – die gesammelten Rezepte sind ebenso vielfältig wie die Personen, die im Buch liebevoll und von wunderbaren Fotos begleitet portraitiert werden. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie man das perfekte Frühstücksei zubereitet und wie es sich anfühlt einen ganzen Tag nur zu frühstücken oder auf der Suche nach einer neuen Frühstücksdestination ist, der wird in „So frühstückt die Welt“ garantiert fündig. Wir haben Margitta Schulze Lohoff, eine der beiden Autorinnen ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch gestellt:

 

Liebe Margitta, was für ein Frühstückstyp bist du privat?

Ganz ehrlich, ich bin vor allem ein Morgenmuffel! Vor der Arbeit muss alles schnell gehen, also trinke ich unterwegs nur einen Milchkaffee oder einen Matcha-Latte – den habe ich erst vor kurzem für mich entdeckt, der grüne Tee darin ist ein viel besserer Wachmacher als Kaffee. Wenn ich jedoch Zeit habe, frühstücke ich liebend gern ausgiebig und dann bin ich wohl der Typ „herzhaft“. Ich liebe frisches Roggenbrot, Tomaten, Käse in allen Variationen, oder auch Avocado mit ein bisschen Limettensaft und Chili.

Autorin Margitta Schulze Lohoff beim Wan-Tans Falten © privat

Margitta Schulze Lohoff beim Wan-Tans formen © privat

Wenn du dich für den Rest deines Lebens für das Frühstück einer Nation entscheiden müsstet, welche Nation wäre das und warum?

Oh, das ist schwierig! Für mich ist der größte Spaß am Essen, dass man immer wieder andere Gerichte aus unterschiedlichen Kulturen ausprobieren kann. Im Moment bin ich süchtig nach orientalischem Essen. Das ist in Österreich zurzeit doch auch sehr angesagt, oder? Und ich liebe zwar das Full English Breakfast – das Schmuddelkind unter den Frühstücken – aber wenn ich das jeden Tag essen würde, wäre ich wohl bald kugelrund.

Was ist der schönste Ort, an dem du je aufgewacht bist?

Sarapiqi – mitten im Regenwald Costa Ricas in einer kleinen Lodge, in der es keinen Handyempfang und keinen Fernseher gab und zum nächsten Haus musste man eine Stunde fahren. Außer unserer kleinen Reisegruppe waren nur noch die beiden Gastgeber Daisy und Sopa im Haus. Sie haben uns jeden Tag köstliches Essen gekocht – und das allerbeste Frühstück: Ei, Reis mit Bohnen, frittierte Bananen und frische Früchte. Und im Dschungel brüllten Affen. Paradiesisch!

Wie seid ihr auf die vielfältigen Persönlichkeiten, die ihr in eurem Buch portraitiert, gestoßen?

Das war ganz unterschiedlich. Zuerst haben wir in Blogs und in Magazinen recherchiert und die ersten angesprochen: Blogger, befreundete Köche, Freunde von Freunden, von denen wir wussten, dass sie gerne frühstücken. Wir waren auf dem Breakfast Market in der Markthalle Neun in Berlin, wo natürlich unendlich viele Frühstücksverrückte sind. Und all die Leute haben uns wieder auf andere interessante Menschen aufmerksam gemacht. Eine Protagonistin, Cathrin Brandes, haben wir aus purem Zufall auf dem Rum-Festival in Berlin kennengelernt. Erst später haben wir festgestellt, dass Cathrin der gefühlte Mittelpunkt der Berliner Foodszene ist und dort fast jeden kennt…

So frühstückt die Welt © Delius Klasing Verlag

So frühstückt die Welt © Delius Klasing Verlag

Was war die verrückteste Frühstücks-Gewohnheit, die ihr bei euren Recherchen entdeckt habt?

Sicherlich die der wundervollen Dorothy Makaza. Sie stammt aus Simbabwe und lebt seit einiger Zeit in Hamburg. Sie hat uns Ochsenleber zum Frühstück serviert. Ich habe das Gericht mit Genuss gegessen, wie alle andere Rezepte aus dem Buch auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass regelmäßig zum Frühstück zu essen. Oder zu irgendeiner anderen Mahlzeit (lacht).

Hast du einen guten Tipp für Frühstücksmuffel?

Oh ja, lasst Euch nicht stressen von all den Menschen die behaupten, dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages sei! Es ist mit Sicherheit die schönste, aber nicht die wichtigste. Ich habe das auch erst während der Recherche herausgefunden, bei einem Interview mit einer Ernährungswissenschaftlerin. Und da ich ja oben schon zugegeben habe, dass ich zumindest werktags auch ein Frühstücksmuffel bin, hat mich das sehr beruhigt. Schließlich haben wir alles einmal anders gelernt, oder?

Zutaten für gefüllte Eier mit Schinken © Holger Talinski, So frühstückt die Welt

Zutaten für gefüllte Eier mit Schinken © Holger Talinski, So frühstückt die Welt

Was lässt sich von den Guten Morgen-Geschichten der vielen Menschen, die ihr getroffen habt, über die erste Mahlzeit des Tages lernen?

Dass die Menschen morgens Rituale mögen. Ich glaube keine andere Mahlzeit ist so durchriutalisiert wie das Frühstück. Es läuft häufig nach dem gleichen Schema ab – wenn auch bei allen unterschiedlich. Und ganz häufig haben uns unsere Interviewpartner erzählt, dass sie meistens in der Woche jeden Tag dasselbe frühstücken. Am Wochenende jedoch frühstücken die meisten gerne ausgiebig und lange. Dann heißt es nur noch: genießen!

Mehr zum Buch gibt’s am dazugehörigen Blog und auf der Facebook-Seite.

Litauischer Käsesalat © Holger Talinski, So frühstückt die Welt

Litauischer Käsesalat © Holger Talinski, So frühstückt die Welt