Dani und Barbara, besser bekannt als „die Frühstückerinnen„, testen das Frühstücksangebot von Lokalen in Wien, Graz, Linz und Salzburg und bloggen über ihre Erfahrungen. Mittlerweile haben sich die beiden Unterstützung von Spezialisten in den Bundesländern geholt, die auf ihrem Blog über die verschiedenen Frühstücksszenen des Landes berichten und Angebote für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausfindig machen. Alex und ich treffen die Frühstückerinnen auf ein Gespräch im Wiener Cafe Ansari – zum Frühstück, wie sollte es anders sein.

Wir bestellen Haferbrei und Joghurt mit frischen Früchten, Dinkelgries mit Banane und Nüssen und zwei weiche Eier. Während dem Warten auf unsere Bestellung bestaunen wir die hübschen Mohnblumen am Nebentisch und Danis Kette, an der eine winzige Teetasse baumelt – ein Geschenk von Barbara aus dem Urlaub, wie wir erfahren.

Dani_kette

„Bleibt da überhaupt Zeit zum Frühstücken zuhause?“, wollen wir wissen – bei so vielen Frühstückslokalen, die es auf Herz und Nieren, beziehungsweise auf Kaffee-Zubereitungsdauer und Bio-Eier, zu testen gilt. Selten, geben die beiden zu. Barbara kommt überhaupt nur am Wochenende zum Frühstücken: „Unter der Woche bleibe ich lieber 10 Minuten länger liegen, bevor ich ins Büro muss.“ Wenn sie frühstückt, greift die Online-Ressortleiterin eines Kulinarikmagazins am liebsten zu frischem Gebäck mit Schinken und Käse oder, wie bei unserem Treffen, zu Joghurt mit frischen Früchten. Als Kind ging bei ihr aber nichts über ein in Streifen geschnittenes Marmeladebrot mit einem Kakao dazu, erinnert sich die geborene Salzburgerin.

Für Kärntnerin Dani darf es auch einmal ein frisches Schinkensemmerl oder ein Avocado-Brot sein, Hauptsache pikant. Wenn sie Freunde einlädt, tischt sie gerne auch Eier-Schinken-Muffins, Taboulé und Schoko-Rote-Rüben-Kuchen auf – allesamt Rezepte von Kollegin Nina, mit der sie die Agentur The Coolinary Society führt. „So etwas erwarten sich die Leute von einer Frühstückerin irgendwie“, schmunzelt sie.

fruehstueckerinnen

Barbaras erster Blick am Morgen, verrät sie uns, geht direkt auf ihr Handy, das über Nacht im Wohnzimmer residiert. Erst werden die E-Mails gecheckt, dann auf Facebook und Instagram geschaut „was es Neues gibt“. Nebenbei läuft Frühstücksfernsehen. „Eine Zeit lang gab es bei uns jedes Wochenende Frühstück im Bett“, erzählt sie, „aber man wird älter.“ Danis Aufmerksamkeit gilt morgens ganz Töchterchen Ella, die mit Frühstück versorgt und anschließend in den Kindergarten gebracht werden will. „Danach freu ich mich, wenn ich um 10 Uhr endlich frühstücken gehen kann“, gesteht Dani.

Besonders großen Wert legen die Frühstückerinnen auf die Herkunft der Frühstückseier – nicht umsonst lautet ihr Claim „Wir halten dem Ei den Spiegel vor.“ Gerade in Hotels landen im Eierbecher und in Mehlspeisen bedauerlicherweise nicht immer Bio-Eier. Frühstück auf Reisen stellt für die beiden generell oft eine Herausforderung dar. „Paris war schwierig“, erinnert sich Dani, „vor allem, wenn man wie ich nicht gerne süß frühstückt.“ Das ist auch der Grund warum sie auswärts so selten Müslis bestellt – „die sind mir meistens viel zu süß.“ Zuhause bereitet sie ihr Müsli am liebsten nach Bircher-Manier zu: „Ich mag es gerne gatschig.“ Außerdem kann sie so selbst bestimmen, was hineinkommt und wie süß es wird.

fruehstuecksei