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2015 ist Jahr des Bodens – DI Sigbert Huber vom Umweltbundesamt im Interview (Teil 1)

Worum geht's eigentlich beim internationalen Jahr des Bodens? Im Gespräch mit DI Sigbert Huber über Bodenschutz in Österreich. von Sarah

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt. Als Tiroler Biomanufaktur engagiert sich Verival für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Boden und ihren Schutz. Warum intakte Böden für uns lebensnotwendig sind und welchen Beitrag der Biolandbau zu ihrem Erhalt leistet, erfährst du im Interview mit DI Sigbert Huber, dem Leiter der Abteilung Boden- und Flächenmanagement im Umweltbundesamt und Sekretär der International Union of Soil Sciences.

DI Sigbert Huber © B. Groeger, Umweltbundesamt

DI Sigbert Huber © B. Groeger, Umweltbundesamt

Die International Union of Soil Sciences hat ab diesem Jahr ihren dauerhaften Sitz in Wien. Was ist die IUSS und wie sieht ihr Aufgabengebiet aus?

Die IUSS (www.iuss.org) ist der weltweite Dachverband aller nationalen bodenkundlichen Gesellschaften mit mehr als 20.000 Mitgliedern aus 70 Staaten. Die IUSS fördert die Bodenwissenschaften und all ihre Fachgebiete, den Wissensaustausch unter den Mitgliedern und widmet sich der Bewusstseinsbildung zum Thema Boden. Aus wissenschaftlicher Sicht beschäftigt sich die IUSS u.a. mit dem Zusammenhang zwischen dem Kohlenstoffhaushalt von Böden und dem Klimawandel, mit dem Beitrag von Bodenlebewesen zur Bodenqualität und mit der Rolle des Bodens für den Wasserhaushalt.

Weshalb ist Bodenschutz in Österreich ein so wesentliches Thema?

Der Boden ist eine kostbare Ressource und unsere Lebensgrundlage. Er liefert Nahrungsmittel und Rohstoffe, speichert und reinigt Wasser, bindet Kohlenstoff, erhält die Biodiversität und konserviert unsere Geschichte. Der Boden, den wir nützen können, ist allerdings begrenzt. Und er kann nicht erneuert werden. Umso wichtiger ist es, dass wir achtsam mit ihm umgehen, ihn pflegen und schützen, insbesondere in unseren Siedlungsgebieten, in denen er für viele Zwecke beansprucht wird.

Welche Folge hat der Bodenverlust für die heimische Landwirtschaft?

Bodenverlust passiert auf zweifache Art. Zum einen geht Fläche verloren, zum anderen die Bodenqualität. Der Verlust an Boden durch Verbauung und Versiegelung führt zu einer Reduktion der Produktionsflächen in der Landwirtschaft. In den letzten 20 Jahren ist in Österreich Boden in der Größe der Ackerfläche des Burgenlandes verschwunden. Diese Entwicklung führt zu geringeren Ertragsmengen und geringeren Einkommen. In der Folge gehen Betriebe und Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft verloren. Durch die Erosion des Bodens kommt es zu einer Minderung der Bodenqualität, da die obere Humusschicht verloren geht.

Welche Rolle spielt der Biolandbau in Sachen Bodenschutz?

Der Biolandbau ist eine Form der Landbewirtschaftung, die sehr schonend mit dem Boden umgeht. Es dürfen nur organische Dünger und keine Pestizide eingesetzt werden, wodurch das Bodenleben positiv beeinflusst wird. Wichtiges Ziel des Biolandbaus ist die Bodenfruchtbarkeit mit einer naturnahen und ressourcenschonenden Produktionsweise zu erhalten, zu fördern und zu verbessern. Der Humusgehalt des Bodens ist beim Biolandbau zumeist etwas höher als bei konventioneller Bewirtschaftung. Die Bodenverdichtung ist oft geringer, da der Boden mit leichteren Maschinen befahren wird. Zudem kann der Boden besser Wasser speichern und er ist aufgrund seiner höheren Stabilität weniger erosionsgefährdet.

Mehr über nachhaltige Bodennutzung, die Bodencharta 2014 und Erfolgsbeispiele im Umgang mit Böden liest du in Teil 2 und Teil 3 des Interviews mit DI Sigbert Huber.

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